Immer effektiv rechnen
Nominale Quoten sind nur dann vergleichbar, wenn beide Anbieter derselben Steuer unterliegen. Sobald einer eine deutsche Lizenz hat und der andere nicht, ist der Vergleich ohne Umrechnung wertlos.
Drei Rechner auf einer Seite: Quotenformate umrechnen, die Marge eines Buchmachers bestimmen und Kombiwetten kalkulieren. Alle drei zeigen zusätzlich, was die deutsche Wettsteuer von 5,3 Prozent aus der Rechnung macht — denn genau das steht in keinem Quotenvergleich.
1 geteilt durch die Dezimalquote ergibt die Wahrscheinlichkeit, die der Buchmacher ansetzt. 2,00 bedeutet 50 Prozent.
Addiert man die Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge, kommt mehr als 100 Prozent heraus. Der Überschuss ist die Marge.
5,3 Prozent auf den Einsatz entsprechen einem Quotenabschlag. Eine deutsche 2,00 ist effektiv eine 1,894.
Die Steuer trifft den Einsatz einmal, wird aber mit der Gesamtquote multipliziert — je länger die Kombi, desto größer der Betrag.
Wer in Deutschland wettet, kennt nur die Dezimalquote. Sobald man bei einem internationalen Buchmacher landet, tauchen zwei weitere Schreibweisen auf: die britische Bruchquote (1/1) und die amerikanische Notation (+100 oder −110). Gemeint ist jedes Mal dasselbe.
Wichtiger als die Schreibweise ist die Zahl dahinter. Eins geteilt durch die Dezimalquote ergibt die Wahrscheinlichkeit, mit der der Buchmacher rechnet. Bei 2,00 sind das 50 Prozent, bei 4,00 genau 25. Wer seine eigene Einschätzung höher ansetzt als die des Buchmachers, hat einen Grund für die Wette — alles andere ist Bauchgefühl.
Rechnet eine Dezimalquote in alle gängigen Formate um, zeigt die dahinterstehende Wahrscheinlichkeit und was nach der Wettsteuer von der Quote übrig bleibt.
Tragen Sie eine Dezimalquote und Ihren Einsatz ein.
Die effektive Quote unterstellt den verbreiteten Fall, dass die Wettsteuer vom Einsatz abgezogen wird. Anbieter, die stattdessen die Auszahlung kürzen, kommen rechnerisch auf denselben Betrag.
Zwei Buchmacher, dasselbe Spiel. Der deutsche zeigt 2,00, der internationale 1,95. Jeder Quotenvergleich im Netz sagt: nimm die 2,00.
Das ist falsch, und zwar messbar. Auf 100 Euro Einsatz fallen beim deutschen Anbieter 5,30 Euro Wettsteuer an. Gewettet wird also mit 94,70 Euro, die Auszahlung beträgt 189,40 Euro. Beim internationalen Anbieter kommen aus denselben 100 Euro 195,00 Euro zurück. Der scheinbar schlechtere Anbieter zahlt 5,60 Euro mehr.
Daraus folgt eine Faustregel, die sich merken lässt: eine deutsche Quote muss rund 5,6 Prozent höher liegen, um gleichzuziehen. Um eine internationale 1,95 zu schlagen, braucht ein deutscher Buchmacher 2,06. Um eine 3,00 zu schlagen, braucht er 3,17.
Genau diese Umrechnung fehlt in jedem gängigen Quotenvergleich, weil dort nur die nominale Zahl steht. Der Rechner oben nimmt sie vorweg.
Eine einzelne Quote sagt wenig darüber aus, ob ein Buchmacher teuer ist. Aussagekräftig wird es erst, wenn man alle Ausgänge eines Marktes zusammenrechnet.
Ein Beispiel aus dem Wettschein weiter unten: VfB Stuttgart gegen 1. FC Köln, notiert mit 1,49 / 4,80 / 5,80. Die Wahrscheinlichkeiten dahinter lauten 67,11 + 20,83 + 17,24 Prozent — zusammen 105,19 Prozent. Die überschüssigen 5,19 Prozent sind die Marge, also der Anteil, den der Buchmacher unabhängig vom Ausgang einbehält.
Bei den großen Fußballmärkten liegen übliche Werte zwischen drei und sechs Prozent, bei Nebenmärkten und kleinen Ligen deutlich darüber. Für einen deutschen Anbieter kommt die Wettsteuer auf diese Marge noch obendrauf — deshalb lohnt ein Vergleich, der beide Größen zusammen betrachtet und nicht nur die eine Quote, die man gerade sieht.
Rechnet aus, wie viel ein Buchmacher aus einem Markt herausnimmt — der einzige Vergleich, der ohne Blick auf einzelne Quoten funktioniert.
Tragen Sie die Quoten eines Marktes ein — bei Tennis oder MMA reichen zwei.
Bei Zwei-Weg-Märkten wie Tennis oder MMA lassen Sie das mittlere Feld einfach leer.
Die Quoten aus dem Margen-Beispiel stammen aus dem Sportbereich von FortuneJack. In der dritten Kachel steht die Bundesliga-Partie mit genau den Werten, die der Rechner oben auseinandernimmt.
Bei einer Kombiwette werden die Einzelquoten multipliziert. Aus 1,80 × 2,10 × 1,65 wird eine Gesamtquote von 6,24 — und aus 20 Euro Einsatz werden 124,74 Euro.
Die Wettsteuer greift dabei nur einmal, nämlich auf den Einsatz. Weil sie aber mit der Gesamtquote multipliziert wird, wächst der Unterschied mit jeder zusätzlichen Position. Bei einer Dreier-Kombi mit Quote 6,24 werden aus 1,06 Euro Steuer auf 20 Euro Einsatz am Ende 6,61 Euro weniger Auszahlung — mehr als das Sechsfache.
Multipliziert die Einzelquoten zur Gesamtquote und stellt die Auszahlung mit und ohne Wettsteuer nebeneinander.
Tragen Sie mindestens zwei Quoten und Ihren Einsatz ein.
Der Rechner nimmt bis zu vier Positionen. Systemwetten, bei denen nicht alle Positionen richtig sein müssen, folgen einer anderen Logik — dort wird jede Kombination einzeln gesetzt und der Gesamteinsatz entsprechend aufgeteilt.
Eine Kombiwette ist eine Alles-oder-nichts-Wette: fällt eine Position, ist der ganze Schein wertlos. Die Systemwette ist die Antwort darauf. Statt einer einzigen Kombination werden mehrere Teilkombinationen gesetzt — und ein Fehltipp ist nicht das Ende.
Das gebräuchlichste Beispiel ist das System 3 aus 4. Aus vier Tipps werden alle möglichen Dreierkombinationen gebildet, das sind vier Stück. Bei zwei Euro pro Kombination liegt der Gesamteinsatz also bei acht Euro. Sind drei der vier Tipps richtig, zahlt genau eine dieser Kombinationen aus; sind alle vier richtig, zahlen alle vier.
Die Zahl der Kombinationen wächst schnell. Bei 3 aus 5 sind es zehn, bei 4 aus 6 fünfzehn, bei 3 aus 7 bereits fünfunddreißig. Wer den Einsatz pro Kombination nicht anpasst, setzt unversehens ein Vielfaches dessen ein, was er vorhatte — das ist der klassische Fehler beim ersten Systemschein.
Für die Steuerfrage ändert das nichts am Prinzip, aber viel an der Höhe: Die 5,3 Prozent greifen auf den Gesamteinsatz, also auf alle Kombinationen zusammen. Ein System 3 aus 5 mit zwei Euro pro Kombination bedeutet zwanzig Euro Einsatz — und damit 1,06 Euro Steuer, bevor ein einziges Spiel angepfiffen ist.
Der Rechner oben deckt Kombiwetten bis vier Positionen ab. Für Systeme gilt dieselbe Logik, nur auf jede Teilkombination einzeln angewandt.
Quotenvergleich klingt nach Aufwand. In der Praxis genügen drei Handgriffe, und zwei davon macht der Rechner oben.
Nominale Quoten sind nur dann vergleichbar, wenn beide Anbieter derselben Steuer unterliegen. Sobald einer eine deutsche Lizenz hat und der andere nicht, ist der Vergleich ohne Umrechnung wertlos.
Ein Anbieter kann bei einer Partie großzügig sein und bei der nächsten teuer. Die Marge über einen ganzen Markt zeigt, wie er grundsätzlich kalkuliert.
Jede zusätzliche Position multipliziert nicht nur die Quote, sondern auch den Margenanteil. Vier Positionen mit je fünf Prozent Marge ergeben zusammen deutlich mehr als fünf Prozent.
Eins geteilt durch die Dezimalquote, mal 100. Eine Quote von 2,50 entspricht 40 Prozent, eine Quote von 1,50 entspricht 66,7 Prozent. Diese Zahl enthält bereits die Marge des Buchmachers und liegt deshalb etwas über der echten Einschätzung.
Ein negativer Wert gibt an, wie viel Sie setzen müssen, um 100 zu gewinnen: bei −110 also 110 Einheiten für 100 Gewinn, was einer Dezimalquote von 1,91 entspricht. Ein positiver Wert wie +150 gibt an, wie viel Sie bei 100 Einsatz gewinnen — Dezimalquote 2,50.
Bei den großen Fußballmärkten liegen übliche Werte zwischen drei und sechs Prozent. Unter drei Prozent ist scharf kalkuliert, über sechs teuer. Bei kleinen Ligen, Nebenmärkten und Spielerwetten liegt die Marge regelmäßig im zweistelligen Bereich.
Weil auf den Einsatz 5,3 Prozent Wettsteuer anfallen. Von 100 Euro werden 94,70 Euro tatsächlich gewettet, die Auszahlung beträgt 189,40 statt 200 Euro. Der internationale Anbieter zahlt bei 1,95 dagegen 195 Euro aus.
Sie gilt überall dort, wo die Steuer vom Einsatz abgezogen wird — das ist der verbreitete Fall. Anbieter, die die Auszahlung kürzen, kommen rechnerisch auf denselben Betrag. Übernimmt ein Anbieter die Steuer bei einer Aktion, entfällt der Abschlag für diese Wette.
Die Einzelquoten werden multipliziert. Drei Positionen mit 1,80, 2,10 und 1,65 ergeben 6,24. Der Einsatz wird mit dieser Gesamtquote multipliziert; bei 20 Euro sind das 124,74 Euro Auszahlung.
Bei einer Kombiwette müssen alle Positionen richtig sein. Bei einer Systemwette werden mehrere Teilkombinationen gesetzt — etwa alle Dreier aus vier Tipps —, sodass auch ein Fehltipp noch eine Auszahlung zulässt. Der Gesamteinsatz verteilt sich dabei auf alle Kombinationen.
Im Sportwettenbereich des Anbieters. Welche Auflagen dort wegfallen und was das für Steuer und Live-Programm bedeutet, steht auf der Seite zu Sportwetten ohne OASIS.
Eine Quote ist erst dann vergleichbar, wenn Steuer und Marge eingerechnet sind. Wer das einmal durchgerechnet hat, sieht Quotenvergleiche anders — und weiß, was eine 2,00 tatsächlich wert ist.